Evangelische Kirche Sulzgries

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Das Kirchengebäude im neoklassizistischen Kameralamtsstil liegt am Rand des Geschäftszentrums Sulzgries etwas erhöht oberhalb der Durchgangsstraße nach Rüdern und neben dem Friedhof mit einer neuen Aussegnungshalle. Der Baustil ist benannt nach den Kameralämtern, den Finanzbehörden des 19. Jahrhunderts, die vielfach für Bauausführungen öffentlicher Gebäude zuständig waren und sehr auf Sparsamkeit sowie Funktionalität bedacht waren – siehe Wilhelmspalais und Rotebühlkaserne in Stuttgart.

Geschichte

Das Gebäude wurde in den Jahren 1837-39 als gemeinsame evangelische Kirche der beiden Stadtteile Rüdern und Sulzgries errichtet, die vordem ihre Gottesdienste in zwei getrennten, kleineren Kirchen abhielten. Hieraus erklären sich auch die beiden Eingänge in der Mitte der linken und rechten Seitenwand. Lange Zeit gingen hier jeweils die Gottesdienstbesucher aus Sulzgries zur einen und die aus Rüdern zur andern Seite herein und nahmen dann auch jeweils links und rechts des Mittelganges Platz. Bedingt durch das wassersaugende Baumaterial Roter Sandstein, die bescheidenen finanziellen Mittel und eine nicht sehr fachgerechte Baugründung durchfeuchteten die Außenwände stark und es wurden Sanierungen erforderlich. Die erste erfolgte schon 1846, um die Jahrhundertwende wurde dann der gesamte Bau einer Renovierung unterzogen, die sich auch auf die Innenraumgestaltung auswirkte. Weitere Teilrenovierungen wurden 1939 und 1952 vorgenommen, bis 1976 dann eine weitere Gesamtrenovierung dem Bau sein heutiges Aussehen geb.

Dem klar und relativ sachlich gehaltenen äußeren Erscheinungsbild entspricht der bis auf die Emporenbrüstung ganz in Weiß und im Wesentlichen schmucklos gehaltene Innenraum. Die strenge Symmetrie und die zentrale Ausrichtung nach vorn lenkt die Aufmerksamkeit auf Kanzel und Altar und hebt damit die grundlegende Bedeutung von Verkündigung und Sakrament in der evangelischen Kirche hervor.

An der Erstellung des Bauwerks waren mehrere Architekten beteiligt. Der königliche Baurat Friedrich Bernhard Adam Groß fertigte die ersten Entwürfe, die Bauausführung beaufsichtigte August Fuchs und Bauinspektor Beckh, die Renovierung 1939 Gotthilf Raichle, 1952 Dr. Walter Supper. Die drei Rundbogen-Glasfenster in der vorderen Querwand hinter dem Altar und über Kanzel, die in der Wandmitte vorkragt, wurden auch 1952 von Hans Gottfried von Stockhausen gestaltet. Im Zuge der durch die Architekten Peter Haag und in der Fortführung von Dieter Joachim Häcker 1976 vorgenommenen Umgestaltung wurden die seitlichen Glasfenster mit Formelementen der einstigen Jugenstilverglasung erneuert. Der Entwurf dafür sowie auch die Farbgebung im Innenraum stammt von Karl-Heinz Schenk, der an der esslinger Fachhochschule Farbgestaltung unterrichtete.

Die Martinskirche in Oberesslingen ist in ihrer Bauform und Bauzeit der Sulzgrieser Kirche sehr ähnlich, jedoch innen 2003/04 farblich und lichttechnisch neu konzipiert worden.

Bilder

Adresse

Sulzgrieser Straße 111 73733 Esslingen

Öffnungszeiten für Besucher

Die Kirche ist nicht täglich geöffnet. Ansprechpartner für Besichtigungen ist das evangelische Gemeindebüro, Kelterstr. 19, Tel. 0711-371028

Weblinks

Quellen

150 Jahre Evang. Kirche Sulzgries. Festschrift, herausgegeben von der Evangelischen Kichengemeinde Esslingen Sulzgries 1989

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