Martinskirche
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Allgemeines
Es ist sehr interessant, nacheinander die Evangelische Kirche Sulzgries und dann die Martinskirche und zu besichtigen. Mit der Kirche in Sulzgries (Stadtteil RSKN), die ca. 10 Jahre später entstand, hat die Martinskirche das äußere Erscheinungsbild, den sog. Kameralamtsstil und einen ursprünglich fast gleichen Grundriss gemeinsam. In beiden Fällen geht der Entwurf auf den königlichen Baurat Groß zurück. Während die Sulgrieser Kirche sich fast in der ursprünglichen Art sehr sachlich präsentiert, ist in der Martinskirche deutlich ein Atmosphärenwandel eingekehrt.
Geschichte
Nachdem 1828 eine kleine mittelalterliche Kirche (erbaut vor 1265) wegen Baufälligkeit und vermehrtem Platzbedarf abgerissen worden war, konnte ein neuer, neoklassizistischer „Tempel der Vernunft in nüchterner Strenge“ errichtet werden. 1956/57 ist die als ebene Wandscheibe den Hallenbau begrenzende Ostwand mit einem mit der mittig herauskragenden Kanzel durch einen polygonalen Chor ersetzt worden. Die ursprünglich herrschaftlich-achsiale Ausrichtung der Halle wurde durch den Abriss einer seitlichen Empore (die andere seitliche Empore blieb erhalten) und der statt mittig nun rechts vom Altar positionierten Kanzel in eine dynamischere Form überführt. In der neuesten Umbauphase 2003/2004 (ausführender Architekt: Dag Metzger) wurde der Chor nach oben durch ein Glasdach für direktes Außenlicht geöffnet. Der Lichteintritt ist vom Kirchengestühl aus nicht sichtbar, was der darunter von Berhard Huber gestalteten Wandbemalung mit stark farbigen Streifen besondere Intensität verleiht. Die rötliche Einfärbung der Decke sowie der Emporenstützen steigern den Eindruck des frontalen rhythmischen Farbklangs. Einen weiteren farblichen Akzent stellt das beim Umbau 1956/57 von der Ostwand an die Eingangswand versetzte Glasfenster von Käthe Schaller-Härlin (1878-1973). Zwischen den Hauptumbauphasen in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts erfuhr auch das Westportal eine beachtenswerte Erneuerung: Ulrich Henn gestaltete 1973 in Bronze Themen aus dem Leben Jesu und des Namenspatrons Martin.
Bilder
Adresse
Keplerstr. 41, 73730 Esslingen
Öffnungszeiten für Besucher
Die Kirche ist nicht täglich geöffnet. Ansprechpartner für Besichtigungen außerhalb der Gottesdienstzeiten ist Pfarramt Oberesslingen–Martinskirche, Tel. 0711/312360
Lage
Weblinks
Die Kirche in der offiziellen Website der Evangelischen Kirche
Literaturhinweise
Bauer, Jörg; Dürr, Johannes (Hrsg.): „Atmosphärenwandel“. Martinskirche Esslingen. Ein künstlerisches Konzept von Berhard Huber. Regensburg, Verlag Schnell und Steiner, 2005 Ottersbach, Christian; Ziehr, Claus (Hrsg.): Esslingen am Neckar. Kunsthistorischer Stadtführer. Esslingen, BechtleBuch+MagazinVerlag, 2001 custom term papers

